Veränderte Blutwerte im Winter
Aktuelle Studie warnt vor Fehldiagnosen bei Pferden anhand von Winter-Bluttests.
Viele Pferdebesitzer kennen das Phänomen: Im Winter setzen Pferde schneller Fett an. Dieser „Winterspeck“ ist jedoch kein Zufall, sondern ein natürlicher Überlebensmechanismus aus der freien Wildbahn. Eine aktuelle groß angelegte Studie zeigt nun, dass sich dieser Effekt auch deutlich in den Stoffwechsel- und Blutwerten von Pferden widerspiegelt.
Winter verändert den Insulinstoffwechsel
Die Studie belegt, dass Pferde und Esel im Winter signifikant höhere basale Insulinwerte aufweisen als in anderen Jahreszeiten. Zudem reagieren sie beim oralen Zuckertest (OST) saisonal unterschiedlich. Die Forscher vermuten dahinter evolutionäre Anpassungen des Stoffwechsels an Umweltbedingungen.
Risiko für ID- und EMS-Fehldiagnosen
Besonders kritisch ist dies bei der Diagnose von Insulindysregulation (ID) und Equinem Metabolischen Syndrom (EMS). Werden Blutuntersuchungen im Winter durchgeführt, können die erhöhten Werte zu Fehlinterpretationen führen – selbst wenn das Pferd gesund ist.
Worauf Tierärzte und Pferdebesitzer achten sollten
Um zuverlässige Ergebnisse zu erhalten, empfehlen die Forscher (Lopes et al., 2025), bei der Auswertung von Blutwerten unbedingt folgende Faktoren zu berücksichtigen:
- Jahreszeit (v.a. Winter)
- Geschlecht
- Rasse
Nur so lassen sich saisonale Unterschiede korrekt einordnen und unnötige Sorgen oder Fehlbehandlungen vermeiden.
Fazit
Im Winter arbeitet der Pferdestoffwechsel nachweislich anders. Wer Blutuntersuchungen zur Abklärung von Stoffwechselerkrankungen wie ID oder EMS durchführen lässt, sollte die Jahreszeit unbedingt mitdenken, zudem Rasse und Geschlecht. So bleibt die Diagnostik sicher – und Dein Pferd optimal versorgt.




