Futter-FAQ

Jeden Tag erreichen uns zahlreiche Fragen rund um die pferdegerechte Fütterung oder zu unserem Sortiment. In unserem Futter-FAQ greifen wir häufig gestellte Fragen auf und beantworten diese ausführlich. Die Sammlung wird stetig erweitert – daher lohnt es sich hier öfters vorbeizuschauen. Und sollten Sie Ihre Frage hier nicht finden, dann melden Sie sich gerne bei uns. Wir freuen uns, von Ihnen zu hören!

Pferdefütterung allgemein

Bei zugekauftem Kraftfutter (Müsli/Pellets) oder Mineralfutter, die z. B. Vitamine oder ungesättigte Fettsäuren enthalten, gelten die Angaben der Hersteller zur Mindesthaltbarkeit. Häufig sind das 3 bis 12 Monate.
Selbst angebautes Getreide, das bei der Ernte unter 15 % Feuchte hat, ist bei sehr guter Lagerung prinzipiell mehrere Jahre haltbar. Dasselbe gilt auch für Heu oder Heucobs. Allerdings empfiehlt sich bei Heu eine schnellere Verwendung, da eine völlig lichtgeschützte Lagerung ohne den Abbau von Vitaminen wenig wahrscheinlich ist.
Geschrotetes oder gequetschtes Getreide sollte nicht sehr lange gelagert werden, da hier die schützende Oberfläche zugunsten der Verdaulichkeit zerstört wurde und der mikrobielle Verderb und Nährstoffabbau beschleunigt wird. Quetschhafer wird zudem schnell ranzig. Daher Getreide möglichst immer frisch schroten/quetschen oder zumindest nur eine kleine Menge im Voraus vorbereiten.

Wichtig ist, es vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Zum einen, damit sich kein Kondenswasser bildet. Denn erhöht sich der Wassergehalt im Futter, können sich Bakterien, Schimmelpilze und in der Folge Milben und andere Schädlinge bestens vermehren. Zum anderen werden durch das Sonnenlicht Vitamine wie ß-Carotin, Vitamin E oder im Heu das Chlorophyll (das Blattgrün) abgebaut. Wertvolle ungesättigte Fettsäuren in Futtermitteln, die Rapsöl oder Leinöl enthalten, werden im Sonnenlicht schneller ranzig.

Generell gilt: Je kühler umso besser, denn alle verderblichen Prozesse (normaler enzymatischer Abbau von Vitaminen und weiteren Nährstoffen, aber auch die Schädlingsentwicklung) laufen bei Wärme schneller ab. Ideal wäre eine konstante Temperatur zwischen 10 und 15 °C.

Schimmelpilze bzw. ihre Toxine und Sporen können nicht nur Störung im Magen-Darm-Trakt hervorrufen, sondern auch die Atemwege schädigen. Sie sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für Futtermilben, was zu weiterem Verderb führt. Schädlinge an sich, sind nicht appetitlich, aber sie schädigen noch nicht direkt. Das Problem ist aber, dass sie dem Futtermittel Nährstoffe entziehen, es in Geruch und Geschmack verändern und dass sie es durch ihre Exkremente verschmutzen. Hier ist besonders der Milbenkot ein Problem. Zerfallene Milbenkotpartikel wirken in der Atemluft als starke Allergene, die zu Asthma und COPD führen können. Das gilt übrigens auch für selbst angebautes Futtergetreide oder Heu.

Plastiktonnen sollten vor jedem Befüllen trocken gereinigt und in regelmäßigen Abständen auch ausgewaschen werden. Unbedingt darauf achten, dass der Behälter vor dem Befüllen wieder gut trocken ist. Lagern Pferdebetriebe Kraftfutter in Silos, sollten diese so gebaut sein, dass die Materialien leicht zu reinigen sind und sich keine Beläge oder Schmutzecken bilden können. Die Silos sollten vor der Neubefüllung völlig geleert sein. Werden BigBags mehrfach verwendet, gilt auch hier, dass sie vollständig leer und einmal trocken gereinigt werden sollten. Besonders wichtig sind die Reinigungsmaßnahmen nach Schädlingsbefall! Wurden Motten, Futtermilben, Käfer, Mäuse oder sonstige Schädlinge entdeckt, muss der Behälter (egal ob Silo, BigBag oder Futtertonne) zunächst gründlich gereinigt werden. Neben mechanischen Maßnahmen wie z. B. dem Aufstellen von Fallen oder dem Anbringen besserer Verschlüsse der Behälter, sind dann auch chemische Bekämpfungsmittel wie z. B. Insektizide (gegen Motten) oder Akarizide (gegen Milben) einzusetzen.

Grundsätzlich sollte Kraftfutter wie Getreide, Müsli und Pellets trocken, hygienisch und verschlossen (vor Mäusen, Vogelkot, Schädlingen und Staub geschützt) gelagert werden. Auch sollte es möglichst vor Wettereinflüssen wie direkter Sonneneinstrahlung oder extremer Kälte geschützt sein, denn starke Temperaturschwankungen führen zu Kondenswasserbildung im Futter und beschleunigen den Verderb. Weiter sollten Wärmebrücken vermieden werden, die zu Schimmelbildung führen können. Das heißt z. B. Futtersäcke nie direkt an kalte Betonwände auf den Boden stellen, sondern z. B mit etwas Abstand zur Wand auf einer Palette stapeln.

Aminosäuren gehören nicht zu den Mineralstoffen und sind üblicherweise auch nicht in jedem Mineralfutter enthalten.

Aminosäuren sind die Bausteine, aus denen Proteine (Eiweiße) bestehen. Viele der 20 bekannten Aminosäuren können Pferde selbst herstellen. Einige müssen mit dem Futter zugeführt werden. Diese nennt man essenzielle Aminosäuren. Die Wichtigsten sind Lysin, Methionin/Cystein, Tryptophan und Threonin. Sie alle sind unter anderem wichtig für den Aufbau der Muskulatur. Aber auch gesundes, stabiles Keratin in Haaren und Hufen, die Milchproduktion der Stute, das Fohlenwachstum, Hormonfunktionen, Energiebereitstellung bei Höchstleistung etc. benötigen die ausreichende Fütterung essenzieller Aminosäuren.
Essenzielle Aminosäuren sind in vielen Futtermitteln enthalten, z. B. im Heu (hier allerdings oft in schlecht verdaulicher Form), im Gras, in Bierhefe, in Sojaflocken, in Sojaextraktionsschrot und in Rapsextraktionsschrot. Am besten verdaulich, bioverfügbar und stoffwechselschonend sind allerdings reine, kristalline Aminosäuren. Sind sie dem Müsli zugesetzt, können sie im Darm sofort absorbiert werden und stehen dem Pferd zu 100 % zur Verfügung. Wie hoch der Gehalt an pcv, also fürs Pferd verfügbaren Aminosäuren in einem Futter ist, finden Sie unter „Woraus besteht es?“ bei den analytischen Bestandteilen bei den einzelnen Futtermitteln.

Früher galten als einfache Faustzahlen:

Hafer            450 g Stärke/kg

Gerste          500 g Stärke/kg

Mais              600 g Stärke/kg

 

Durch die Züchtung und die verschiedenen Sorten, die es pro Getreidart am Markt gibt, ist es leider nicht mehr so einfach abzugrenzen. Neuere Untersuchungen ergeben eher höhere Stärkegehalte für Hafer und Gerste (Zeyner et al., 2017).

Was nach wie vor gilt, ist, dass unbehandelte Maisstärke schwer dünndarmverdaulich ist und vor der Fütterung unbedingt hydrothermisch aufgeschlossen werden sollte.

Ein wissenschaftlicher Beweis, dass Hafer (alle) Pferde „blöd im Kopf“ werden lässt, gibt es trotz einiger Studien zu dem Thema nicht. Das eine Pferd reagiert deutlich auf Hafer, das andere Pferd nicht. Nichtsdestotrotz ist es mehr als eine Einzelbeobachtung, dass Hafer die Pferde „sticht“.

Ein Erklärungsansatz dafür könnte sein, dass Hafer (einige Sorten zumindest) im Vergleich zu anderen Getreidearten eine übermäßig hohe Insulinreaktion auslöst (Zeyner et al., 2017). Insulin wiederum steigert die Aufnahme der Aminosäure Tryptophan ins Gehirn. Aus Tryptophan wird Serotonin hergestellt und Serotonin ist ein Botenstoff im Gehirn, der maßgeblichen Einfluss auf die Stimmung und das Verhalten hat. Dieser Bezug zum Serotoninstoffwechsel könnte eine anfängliche Erklärung für die Verhaltensbeeinflussung durch Hafer sein.

Am besten mit Bestimmung des BCS (Body Condition Score) nach Schramme. Dabei wird die Fettabdeckung bestimmter Körperregionen (Hals, Schulter, Rücken, Brustwand, Hüfte, Schweifansatz) eingeschätzt und somit auf die Gesamtkondition geschlossen. Ideal wäre ein BCS von 5 bis 6.

Bitte keine Nulldiät oder zu starke und abrupte Futterreduktion machen, sonst droht eine Hyperlipämie! Eine verträgliche Reduktionsdiät sieht so aus:

  • Spät geschnittenes Heu (grob stänglig, wenig Blattmasse) oder Heu-Stroh-Gemisch (maximal ein Drittel Stroh) am besten aus dem Heunetz oder der Raufe in einer Menge von 1 bis 1,2 % des angestrebten Idealgewichts (normal wäre: 1,5 %) füttern.
  • Stärke- oder fettreiche Kraftfutter sollten gar nicht gefüttert werden, allenfalls energiereduziertes, getreidefreies Futter mit konzentrierter Mineralisierung/Vitaminisierung wie unser marstall Faser-Light.
  • Am besten kein oder nur wesentlich eingeschränkter Weidegang bzw. Weidegang mit Fressbremse.
  • Energie- und stärkearmes Mineralfutter, das fehlende Mineralstoffe und Vitamine ergänzt.
  • Ergänzung von hochwertigem Protein bzw. essenziellen Aminosäuren, um einen Muskelabbau zu verhindern.
  • Keine Leckerli, kein Brot, kein Obst füttern. Vereinzelt Karotten oder Rote Beete sind erlaubt.
  • Regelmäßige Bewegung (ca. 30 Minuten flotter Trab täglich) verbessert die Insulinsensitivität.
  • Als Einstreu eignen sich Sägespäne (bei Stroh frisst das Pferd noch aus der Einstreu).
  • Den Gewichtsverlust von 0,5 bis 1 % der Körpermasse pro Woche anstreben. Der Erfolg der Reduktionsdiät sollte regelmäßig mittels Wiegen und/oder Messung des Körper-, Hals- oder Brustumfangs (1 bis 2 cm Reduktion der Maße pro Woche) überprüft werden.

Zähne ok? Wurmstatus überprüft? Erkrankungen ausgeschlossen?

Dann helfen folgende Grundsätze einer Fütterung bei der Gewichtszunahme:

  • Viel Heu, am besten nicht sehr spät geschnitten (weich, mehr Blatt-, weniger Stängelanteil) in einer Menge von mindestens 1,5 % des Körpergewichts oder mehr (bei einem Pferd mit 600 kg sind das 9 kg Heu). Unsere Erfahrung zeigt, dass es ist hilfreich ist die tatsächlich gefütterte Heumenge zu wiegen, da sie schwer zu schätzen ist.
  • Bei schlechten Heuqualitäten oder Zahnproblemen kann das Heu mit eingeweichten Wiesen-Cobs ergänzt oder zusätzlich ein Luzerne-Heu-Produkt gefüttert werden.
  • Fettreiches, proteinreiches, stärkereiches, leicht verdauliches Kraftfutter füttern
  • Zusätzliche Mash-Gaben können helfen
  • Öl-Zugaben in die Wiesen-Cobs, ins Mash oder über das Kraftfutter geben.

Übrigens: Eine tägliche Gesamtfettmenge in der Ration ist bis 1 g Fett pro kg Körpergewicht völlig ok. Bei einem Pferd mit 600 kg sind theoretisch bis zu 600 g Fett pro Tag möglich. Wichtig ist es die Menge langsam zu steigern.

  • Heu: 1,5 % des Körpergewichts  (bei 600 kg Pferd also 9 kg  Heu)
  • Wasser: sauber, gut nachfließend, 5-7 Liter pro 100 kg KG (bei 600 kg Pferd also 30-40l/Tag)
  • Mineralfutter: mit Spurenelementen und Vitaminen. Dabei vor allem wichtig, was dem Heu / Gras überwiegend fehlt oder oft zu wenig enthalten ist: Selen, Kupfer, Zink, Jod, Magnesium, Calcium, Vitamin E und D.
  • Salzleckstein (ohne Min-Vit-Zusätze) zur freien Verfügung
  • Pures Getreide, Müsli oder getreidefreies Ergänzungsfutter zur weiteren Energie- oder /und Proteinzufuhr
  • 2-mal wöchentlich eine Mash-Mahlzeit

Alte Pferde / Senioren

Als Raufutterration bei Zahnproblemen bieten sich eingeweichte Wiesen-Cobs und ProCaval-Struktur an. Senior Plus kann auch mit warmem, nicht heißem Wasser eingeweicht verfüttert werden. Die Ration kann mit kleinen Portionen Mash ergänzt werden – das unterstützt gleichzeitig die Verdauung.

Unser Tipp: Bei altersbedingten Stoffwechselproblemen wie Cushing können Senior Plus durch getreidefreies Vito und Mash durch getreidefreies Bergwiesen-Mash ersetzt werden.

Pferde mit Zahnproblemen sollten kein unbehandeltes Getreide, sondern hochverdauliche Müsli bekommen, die bei Bedarf eingeweicht gefüttert werden können. Pellets bitte immer einweichen!

 Zusätzliche Energie bringt bei Bedarf Lein-Distel Öl und verdauungsförderndes Mash.

Ja, da es eingeweicht gefüttert werden kann. Bitte in warmem, nicht heißem Wasser einweichen.

Wir empfehlen marstall Senior Plus, da es erhöhte Gehalte an allen wichtigen Nährstoffen enthält. Zudem ist es leicht verdaulich (Hafer gequetscht, Getreideflocken aufgeschlossen …), enthält schmackhafte Zutaten wie Bierhefe, Trockenapfel, Karottenflocken etc.

Da sich der Stoffwechsel im Alter verschlechtert, gilt es vor allem dem Substanzverlust vorzubeugen. Gegenüber einem 10-jährigen Pferd ist der Energiebedarf um ca.20 % erhöht. Der Proteinbedarf liegt ebenfalls um 10 bis 20 % höher. Hochwertiges, leicht dünndarmverdauliches Eiweiß ist dabei wichtig. Der Bedarf an Zink, Selen, sowie Vitamin A und E steigt auf den doppelten Wert. Ebenfalls ist auf einen erhöhten Bedarf an Vitamin C und B-Vitaminen zu achten. Das Futter muss schmackhaft und sehr nahrhaft sein.

Wichtig ist die Kontrolle der Zähne! Scharfe Kanten und Haken an den Zähnen führen zu Schmerzen beim Kauen und eingeschränkter Heuaufnahme („Röllchen-Kauen). Dadurch magert das Pferd in den Wintermonaten stark ab.

Pferde über 20 Jahre (z. B. Warmblut) gelten als alt. Bei Ponys geht das Altern in der Regel später los. Besser als es am Alter festzumachen, sollte man den Begriff „alt“ erst dann verwenden, wenn die typischen Alterserscheinungen auftreten: Abmagern, Zahnprobleme, Muskelverlust …

Sportpferd

Mit einem Müsli, dass den Erhaltungsbedarf und niedrigeren Energiebedarf ausreichend abdeckt und zudem hochwertig mineralisiert und vitaminisiert ist. Zudem sollte ein Aminosäuren-Zusatz gefüttert werden, damit die Muskeln erhalten bleiben. Eine „Leber-Kur“, sowie Mash-Mahlzeiten sorgen für etwas „Wellness“.

Achten Sie auf eine ausreichende und regelmäßige Mineralstoff-, Vitamin- und Spurenversorgung. Bei z. B. Magnesium-Mangel kann ein Pferd zu Nervosität neigen.

Produkte wie marstall Magnesium (ADMR konform) und marstall EasyGoing (nicht ADMR-konform, 48 h Karenzzeit) können bereits im Training zu mehr Konzentration und Losgelassenheit verhelfen.

Kein Problem. Bei den meisten Disziplinen kann man Getreide problemlos durch Faser-Fett-Futter ersetzen. Hier liefert z. B. Öl die nötige Energie und der Faseranteil ist gut für Magen und Darm.

  • Dass die maximal mögliche Heumenge gefüttert wird. Das hält die Pferde psychisch und physisch (Magen-Darm, Elektrolythaushalt, Muskelstoffwechsel ...) fit und gesund.
  • Auf genügend Wasser!
  • Dass die Kraftfuttermenge (Getreide) pro Mahlzeit nicht zu hoch ist. Lieber mehrere kleine Teilrationen.
  • Bei den meisten Disziplinen kann man einen Teil des Getreidekraftfutters auch durch Faser-Fett-Futter ersetzen. Das schont den Magen, beugt Übersäuerung vor, sorgt für mehr Ausdauer und eine schnellere Regeneration.
  • Nach der Leistung Heu ad libitum füttern und Wasser! Das Wasser ist für die Regeneration der Glykogenspeicher unbedingt nötig.

Sportpferde brauchen Pferde mehr Energie, mehr hochwertiges Protein (essenzielle Aminosäuren), mehr der Elektrolyte Natrium, Chlor, Kalium (da sie mit dem Schweiß verloren gehen), mehr Vitamin A und E, mehr der Spurenelemente Eisen, Zink, Mangan und Selen.

Zudem brauchen Sportpferde mehr Wasser!

Gesundheit

Natürlich können auch Pferdezähne Karies bekommen. Karies kommt sowohl auf der Kaufläche als auch am seitlichen Außenbereich vor. In den Löchern kann sich Futter festsetzen und faulen. Es kann auch zu Karies an den Zahnwurzeln kommen. Was alles zu diesem Problem führt, ist aber nicht genau geklärt. Es sind nicht nur Zucker, Melasse und Obst dafür verantwortlich.

Vorbeugend können melassefreie Futtersorten gefüttert werden. Diese sind z. B. für den

- Freizeitbereich: Sensation Free, Faser-Light, Vito, Naturell

- Sportbereich: Sensation-Pro, Vito, Cornmüsli und alle Naturgold-Getreidesorten

- Allgemein: Mash, Bergwiesen-Mash, Force, Stall- und Weideriegel

 Bei Pferden mit Karies empfehlen wir nicht nur melasse-, sondern auch getreidefreie Futtersorten zu füttern. Vermeiden Sie zudem Obst und Brot.

Wenn durch EOTRH die Schneidezähne gezogen und die Wunden gut abgeheilt sind, kommt das Pferd relativ gut zurecht. Natürlich kann das Pferd keine Karotten oder Äpfel mehr abbeißen. Aber sind die Backenzähne noch vorhanden, bleibt die Kaufunktion erhalten. Die Pferde zupfen Gras mit den Lippen oder den Kiefern. Wichtig ist, dass Sie beobachten, ob das Pferd auch genügend Heu aufnehmen kann. Ansonsten sollten Sie über eingeweichte Heucobs ausgleichen. Generell empfehlen wir auch das Kraftfutter eingeweicht zu füttern und regelmäßig Mash zu geben. Sehr viele unserer Müsli eignen sich dazu, auch eingeweicht gefüttert zu werden. Sollten Sie unsicher sein, fragen Sie uns.

In den letzten Jahren treten vermehrt Fälle von EOTRH (Equine odontoclastic tooth resorption and hypercementosis) auf. Vor allem ältere Pferde sind betroffen und in der Regel eher die Schneidezähne. Die anfänglichen Anzeichen sind Zahnsteinbildung an den Schneidezähnen, Probleme beim Abbeißen harter Futtermittel (Möhren), das Trinken von kaltem Wasser wird als unangenehm empfunden, Zahnfleischentzündung und Zahnfleischrückgang, teilweise rote Punkte oder Eiterbläschen etc. 

Die Erkrankung verursacht eine Entzündung des Zahnhalteapperates und des Zahnfleisches. Die Zahnhartsubstanz beginnt sich aufzulösen und der Körper versucht durch die Bildung von Zement an den Zahnwurzeln gegenzusteuern. Dadurch entstehen die typischen klobigen Auftreibungen (Hyperzementosen) um die Zahnwurzel, die manchmal unter dem Zahnfleisch erkennbar sind. Das  Zahnfleisch zieht sich immer weiter zurück. Durch diese Prozesse kommt es letztendlich zur Lockerung von Zähnen. Häufig bleibt nur noch, die Schneidezähne zu ziehen. Je früher diagnostiziert, desto besser kann man diesem Vorbeugen.

Was genau EOTRH auslöst, ist bislang nicht geklärt. Es wird vermutet, dass eine stärkere mechanische Belastung der Schneidezähne im Alter eine Rolle spielen könnte und dass vor allem Mikroorganismen wie Treponema ssp. für die Aufrechterhaltung der Entzündungsreaktion verantwortlich sein können. Auch systemische Erkrankungen wie Cushing, Calciummangel, langfristige Mineralienunterversorgung oder genetische Ursachen sind in der Diskussion. Kursierende Gerüchte, dass z. B. Vitamin D-Fütterung oder Calcium-Überschuss auslösend seien, wurden nicht bestätigt.

Jakobskreuzkraut (JKK) ist auch in getrockneter Form noch giftig. Im Heu und vor allem in Heucobs erkennt man die Pflanze aber nur noch schlecht oder gar nicht. Daher sollte man bei Heu und Heucobs verstärkt auf die Herkunft achten. Generell gilt, dass Jakobskreuzkraut auf gedüngten, gepflegten Mähwiesen so gut wie nicht vorkommen kann, da es andere Standorte liebt und von anderen Pflanzen verdrängt wird.

marstall Wiesen-Cobs, Wiesen-Chips und Wiesen-Fasern stammen aus Vertragsanbau mit zertifizierter Herkunft aus dem Allgäu. Unserer Qualität können Sie vertrauen!

Jakobskreuzkraut oder Jakobsgreiskraut genannt, ist eine goldgelb blühende Pflanze mit geschlitzten Blättern. Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine Rosette, im zweiten Jahr wächst der aufrechte Stängel, der sich oberhalb der Mitte verzweigt.
Erste blühende Pflanzen findet man ab Mitte Juni. Die Hauptblütezeit ist Juli – daher der Name, denn Jacobi ist am 25. Juli – bis August. Jakobskreuzkraut ist ein Körbchenblüher. Die rund 15 bis 20 mm breiten goldgelben Einzelblüten werden aus den innenliegenden Röhrenblüten gebildet, die sehr charakteristisch von 13 gelben Zungenblütenblättern umgeben sind. Ausgewachsene Pflanzen werden leicht 1 m hoch. Die kräftigen Stängel sind meist rot angefärbt.

Die Pyrrolizidin-Alkaloide des Jakobskreuzkraut bleiben auch im Heu giftig. Hier ist die Pflanze viel schlechter zu erkennen. Tödliche Dosen nehmen die Tiere über Gras und Heu selten auf. Viel praxisrelevanter sind aber chronische Lebervergiftungen durch längerfristige Aufnahme geringer Mengen.

Bilder und Informationen zu Jakobskreuzkraut und auch zu Pflanzen, mit denen man Jakobskreuzkraut verwechseln könnte, finden Sie im Internet bei den Landwirtschaftskammern (z. B. NRW)

Bei schlechten Leberwerten sollte auf alle Fälle leberschonend gefüttert werden. Das heißt, dass alles vermieden werden sollte, was die Leber belastet. Die folgende Fütterung wäre angebracht:

- Energiezufuhr nach Bedarf: Das bedeutet nicht zu viel aber auch nicht zu wenig Energie füttern. Die Energie sollte vor allem durch Heu von sehr guter Qualität kommen.

- Silage vermeiden.

- Zu viele Kohlenhydrate vermeiden. Wenn zusätzliche Energie nötig ist, dann sind aufgeschlossene Maisflocken ein leberschonender Energieträger.

- Die Proteinzufuhr auf ca. 70 bis 80 % des normalen Bedarfs reduzieren, dabei aber unbedingt leicht dünndarmverdauliches Protein füttern. Reine, kristalline Aminosäuren wären die beste Alternative. Sie werden im Dünndarm sofort absorbiert und können direkt ohne Umbauvorgänge in der Leber (und ohne Harnstoffbelastung) als Baustoff im Körper verwendet werden.

- Eine erhöhte Fütterung der Vitamine A, E, B-Vitamine und Vitamin C

- Häufige kleine Mahlzeiten sind stoffwechselschonender als zwei große Hauptmahlzeiten.

- Die Leber mit Kräutern wie Mariendistel-Samen (enthalten Silymarin) und Löwenzahnwurzeln unterstützen.

- Und natürlich: Qualitativ einwandfreie Futtermittel! Kein schimmliges Heu und Stroh, kein angeschimmeltes Brot oder gammelnde Karotten ...

An wissenschaftliche Erkenntnisse angelehnt sind unsere Empfehlungen

 - Wenn nötig Gewichtsreduktion. Hier sollte der Futterzustand mit Hilfe der Kriterien des Body Condition Scores (BCS) genau überprüft werden.

- Da Weidegras nicht nur Fruktane (langkettige Speicherzucker) enthält, sondern auch reichlich leicht verfügbare Zucker, ist die Weidezeit, vor allem an Sonnentagen mit kalten Nächten oder bei Trockenheit, die kritische Zeit für Hufrehe gefährdete Pferde. Will man konsequent vorbeugen, wäre Weidegang völlig zu streichen. Wenn das nicht gewünscht oder möglich ist, sollte man die Weidezeiten auf alle Fälle stark einschränken und/oder das Pferd ggf. mit einer Fressbremse ausstatten. Bitte dann unbedingt auf ergänzendes Heu am besten vor dem Weidegang achten.

- Heu vor dem Füttern wässern, um den Zucker auszuwaschen

- Futtermittel mit Getreide, Zucker und Melasse weglassen und auch kein Obst füttern. Hier gilt besondere Vorsicht bei Streuobstbäumen auf der Weide!

- Gefüttert werden kann stattdessen faserfettbasiertes, stärkearmes und zuckerarmes Kraftfutter.

- Die Versorgung mit Mineralien und Vitaminen, v.a. Zink, Vitamin E, sollte ausgewogen sein.

- Entzündungshemmende Omega-3-Fettsäuren z. B. aus Leinöl

- Durchblutungsfördernde Kräuter

Pferde oder Ponys sollten bei akuter Hufrehe auf keinen Fall hungern! Folgendes könnt Ihr füttern:

  • - Gewässertes Heu (Auswaschen von Zucker) in einer Menge je nach Körperkondition. Bei zu dicken Pferden/Ponys 1,2 kg Heu je 100 kg Körpergewicht, bei normalgewichtigen Pferden 1,5 kg Heu je 100 kg KG.
  • - Vitamin E aufgrund der antioxidativen Wirkung
  • - Omega 3-Fettsäuren, wie sie in Leinöl oder Fischöl enthalten sind, zum Abschwächen der Entzündungsreaktion und da teilweise auch positive Effekte auf die Insulinregulation vermutet werden.
  • - Zink, da es positiv auf die Entzündungsreaktion wirkt
  • - Durchblutungsfördernde Kräuter, da es im Hufrehegeschehen zu einer Durchblutungsstörung der Huflederhaut kommt

Ja das stimmt. Laut aktuellem wissenschaftlich Stand ist, dass Hufrehe nicht durch Eiweiß ausgelöst wird, sondern durch leicht verfügbare Zucker und Fruktane (langkettige Zucker) aus dem Gras. Eine entscheidende Rolle spielt dabei das Hormon Insulin, das den Blutzuckerspiegel reguliert.

Viele ältere Pferde mit Abnutzungserscheinungen und Arthrosen in den Gelenken aber auch jüngere Pferde mit zurückliegenden Verletzungen oder Entzündungen von Gelenken zeigen Lahmheiten oder einen steifen Gang, die sich bei längerer Bewegung verbessern. Über die Fütterung kann man die Abnutzungen nicht mehr rückgängig machen. Doch es gibt dennoch Möglichkeiten, solche Pferde zu unterstützen:

- Übergewicht belastet unnötig die Gelenke. Daher die Fütterung unbedingt an den Bedarf anpassen, um Übergewicht zu vermeiden. Das schont nicht nur die Gelenke, sondern auch den Stoffwechsel.

- Es können entzündungshemmende Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren (z. B. aus Leinöl oder Neuseeländischer Grünlippmuschel), organische Schwefelverbindungen (MSM) und auch Teufelskralle gefüttert werden.

- Antioxidantien wie Vitamin C, Vitamin E und sekundäre Pflanzenstoffe, z. B. Polyphenole, treten schädlichen freien Radikalen entgegen.

- Glukosamine, Chondroitinsulfat und Aminosäuren versorgen Gelenkknorpel mit Nährstoffen und Baustoffen

- Die Bewegung sollte am besten regelmäßig und moderat sein ohne lange Stehzeiten in der Box

- Auch eine gute Boxeneinstreu v.a. bei Kälte leistet ihren Beitrag zum Wohlbefinden

Mit den oben genannten Nährstoffen kann man schon vor dem Auftreten von Problemen eine lange Leistungsfähigkeit von Sehnen und Gelenken unterstützen. Vorbeugend sollte man zudem bei wachsenden Pferden auf eine gute Versorgung mit Aminosäuren und Kollagen für einen stabilen Halte-Stütz-Apparat achten.

Normalerweise empfiehlt man Mash zweimal wöchentlich zu füttern. Aber bei kolikanfälligen, bei alten, abgemagerten Pferden oder bei Pferden in der Rekonvaleszenz ist es auch sinnvoll, Mash täglich zu füttern.

Bei Pferden mit Kotwasser sollte die Fütterung auf die Stabilisierung des Magen-Darm-Milieus ausgerichtet sein:

- Bestes Heu oder Raufutterersatz in ausreichender Menge. Bei manchen Pferden hilft auch Silage.

- Wenn möglich Weidegang

- Kraftfutter mit Getreide begrenzen oder durch Faser-Futter ersetzen

- Lebendhefen und weitere darmsanierende Komponenten ergänzen

- Wenig Stress bei der Fütterung

Unter Kotwasser versteht man den getrennten Absatz zumeist geformter Pferdeäpfel und schwarzbrauner Flüssigkeit (nicht zu verwechseln mit Durchfall mit verflüssigtem Kot). Was bei einem Pferd Kotwasser scheinbar auslöst, kann beim anderen Pferd gegen Kotwasser helfen. Oft haben die Besitzer schon vieles ausprobiert, aber das leidige Problem bleibt trotzdem.

Die Ursachen sind vielfältig und noch nicht abschließend erforscht. Häufig  spielt psychischer Stress und die Wirkung auf die Darmmotorik bzw. auf die Wasserresorption eine Rolle. Aber auch Imbalanzen des Magen-Darm-Milieus können Kotwasser auslösen.

Bei der Fütterung von Pferden mit diagnostiziertem EGUS oder bei Neigung zu EGUS ist folgendes wichtig:

- Fresspausen über 4 Stunden wenn möglich vermeiden

- Heu ad libitum, also ohne Limit, oder zumindest 2 bis 3 Heumahlzeiten pro Tag

- Weidegang

- Wenn Luzerne gefüttert werden, die sich eigentlich positiv durch pufferndes Calcium auswirken, dann feines, weiches Luzerneheu und keine groben Häcksel!

- Bei diagnostiziertem EGUS bitte Getreide oder getreidehaltiges Kraftfutter ganz weglassen und stattdessen faserfettbasierte Müsli füttern

- Vorbeugend sollte Getreidekraftfutter auf 1 g Stärke / kg Körpergewicht und Mahlzeit begrenzt werden.

Beispiel: Hafer enthält ca. 40 % Stärke, also 400 g Stärke pro kg Hafer. Das bedeutet, ein Pferd mit 600 kg darf pro Mahlzeit max. 600 g Stärke fressen, das sind max. 1,5 kg Hafer pro Mahlzeit.

Für Pferde mit Magengeschwüren eignen sich Zusatzfuttermittel mit Antioxidantien, schleimhautschützendem Pektin und Lecithin, säurepuffernden Inhaltsstoffen oder Lebendhefen, die das Magen-Darm-Milieu stabilisieren.

Oft sind Magengeschwüre symptomlos und erst durch Magenspiegelung zu diagnostizieren. Wenn überhaupt, dann zeigen die Pferde (oft erst ab einem höheren Schweregrad) Anzeichen wie Kolik, Leistungsminderung, schlechtes Fell, selektives Fressverhalten, Gewichtsabnahme, etc. Nicht nur Sportpferde sind betroffen, sondern auch Zucht- und Freizeitpferde. Magengeschwüre gibt es in mehreren Bereichen des Magens und die Ursachen sind vielfältig: Lange Fresspausen, Training und körperliche Belastung, hohe Getreidemengen pro Mahlzeit, zu wenig Heu / Raufutter, grobstängelige Luzernehäcksel …

Siehe auch unseren Fachartikel

- Welches Futter hilft bei Magengeschwüren?

- Was macht Pferden Magen-Darm-Probleme?

Häufig werden erhöhte Leberenzymwerte (z. B. GLDH, GGT, AST) durch eine routinemäßige Blutuntersuchung „zufällig“ entdeckt und natürlich stellt sich da die Frage nach dem warum? Oft sind die Pferde dabei leistungsfähig, gesund und klinisch unauffällig. Neben wirklichen Lebererkrankungen sind die möglichen Ursachen vielfältig:

Die Leberenzymaktivität gesunder Pferde – zumindest von AST, GGT und GLDH – unterliegt jahreszeitlichen Schwankungen (Gabe et al., 2018). Das heißt, bei diesen Leberparametern sind die Enzyme im Spätsommer und/oder frühen Herbst stark erhöht.

Erhöhte Leberenzymwerte sind ein Anzeichen für erhöhte Leber-/Enzym-Aktivität. Das heißt noch nicht zwingend, dass eine Erkrankung vorliegt, sondern, dass einfach mehr Stoffwechselarbeit nötig war. Das ist z. B. nach intensivem Training oder bei Kolik der Fall.

Natürlich gibt es auch mögliche Ursachen, die mit der Fütterung zusammen hängen: 

- Stoffwechselbedingte Leberenzymaktivität, wenn z. B. verstärkt Proteine zur Energiegewinnung verwendet werden müssen, da zu wenig eigentliches Energiesubstrat vorhanden ist oder bei chronisch zu viel Protein oder Kohlenhydraten in der Ration

- Wenn eine Leberverfettung oder Hyperlipidämie aufgetreten ist, wie es z. B. bei Eseln oder Ponys öfter der Fall ist. Dies geschieht, wenn bei Futtermangel oder z. B. durch Krankheit kein Futter aufgenommen wird und kurzfristig mehr Fett mobilisiert als umgesetzt wird, sodass es sich in der Leber anreichert.

- Die Aufnahme von Giftpflanzen, deren Toxine die Leber schädigen. Bekannte Giftpflanzen mit leberschädigender Wirkung sind: alle Pflanzen mit Pyrrolizidinalkaloiden, z. B. Jakobskreuzkraut (JKK) oder andere Kreuzkräuter wie Wasser-Kreuzkraut, Schmalblättriges Kreuzkraut und Edel-Gamander (Schafskraut). Natürlich ist die toxische Wirkung immer stark dosisabhängig. Beim Jakobskreuzkraut ist das Problem, dass auch im Heu die toxische Wirkung bestehen bleibt.

- Verschimmeltes Futter und die Aufnahme von Mykotoxinen z. B. aus Heu, Stroh, Hafer oder anderen Getreidesorten.

Zuerst sollte abgeklärt werden, ob Belastungsmyopathien (Muskelerkrankungen) wie Tying-up, RER (Kreuzverschlag), PSSM, aber auch Magengeschwüre, Magen-Darm-Probleme, Blähungen etc. die Ursache sind.

Wenn dies ausgeschlossen ist, dann könnte es an einer Unterversorgung an Vitamin E und Selen oder an einem Mangel an Elektrolyten (Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium, Chlorid) liegen.

Bei der Fütterung sollte beachtet werden, dass

- das Pferd eine bedrafsgerechte Menge Heu von 1,5 % der Körpermasse bekommt.

- getreidehaltige Kraftfutter versuchsweise weglassen und stattdessen faserfettbasierte Kraftfutter gefüttert wird.

- wenn Getreide gefüttert werden darf, nur leicht verdauliche, hydrothermisch aufgeschlossene Formen wie Maisflocken oder Gerstenflocken gefüttert werden.

- das Pferd bedarfsdeckend mit Vitamin E (bei einem Pferd mit 600 kg bis 2.000 mg Vitamin E pro Tag) und Selen (1,8 mg pro Tag bei einem 600-kg-Pferd) versorgt ist.

- zur verbesserten Muskeltätigkeit Elektrolyte und genügend Wasser zur Verfügung stehen.

- die Versorgung mit verwertbaren Aminosäuren als „Baustoffe“ für die Muskelzellen erfolgt.

PSSM (Polysaccharidspeicherkrankheit) ist eine genetisch bedingte Muskelkrankheit, von der hauptsächlich Quarter Horses, American Paints, Appaloosa aber auch Warmblüter und einige Kaltblutrassen betroffen sind. Die Muskulatur der Pferde mit PSSM reichert abnormale Mengen langkettiger Zucker (Polysaccharide) ein. Zudem ist deren Verstoffwechselung oft in den Muskelzellen gestört. Die Pferde werden steif, verweigern die Leistung oder gehen lahm.

Für die Fütterung von Pferden mit PSSM empfehlen wir:

- Viel Heu (mehr als die üblichen 1,5 % der Körpermasse)

- Wichtig ist, Getreide oder andere zucker-/stärkereiche Kraftfutter zu vermeiden (kein Brot, keine Äpfel …)

- Stattdessen faserfettbasierte Kraftfutter füttern

- Reichlich Vitamin E (bis zu 400 bis 600 mg je 100 kg Körpermasse) Bei einem Pferd mit 600 kg bis zu 3.000 mg Vitamin E pro Tag)

- Bedarfsdeckende Versorgung mit Selen (1,8 mg pro Tag für ein Pferd mit 600 kg LG)

- Elektrolyte und Wasser zur verbesserten Muskeltätigkeit

- Aminosäuren zur gezielten Versorgung der Muskelzellen mit „Baustoffen“

Stroheinstreu, handelsübliches Heu und auch Hafer weisen häufig eine hohe Staubbelastung auf. Je nach Erntejahr, bzw. Niederschlagsmenge schwankt der Verpilzungsgrad. Bei Hafer ist die Staubreinigung möglich, bei Raufutter und Stroh eher weniger. Krippenfutter hat per se einen geringen Verpilzungsgrad und enthält zudem meist Öl oder Melasse zur Staubbindung. Hier besteht die geringste Staubbelastung.

 

Es gilt, so staubarm wie möglich zu füttern und aufzustallen:

- Heu wenn möglich vor der Fütterung wässern bzw., falls das nicht möglich ist, es nicht im Stall oder neben dem Pferd aufzuschütteln. Weiter kann einwandfreie Silage gefüttert werden.

Alternativ eignen sich eingeweichte Wiesen-Cobs oder geölter Raufutter-Teilersatz.

- Staubfreie Einstreu wie entstaubte Späne, Strohpellets, Leinenstroh …

- Bei Hafer auf staubarme, gereinigte Qualität achten.

- Zusatzfuttermittel zur Unterstützung der Atemwege und Immunabwehr.

- Viel frische Luft. Bei Stallhaltung, wenn möglich in einer Außenbox oder Paddockbox

- Vor dem Kehren, die Stallgasse mit Wasser bespritzen

Vorbeugend kann man die Pferde durch eine „Handvoll“ Kräuterfutter sinnvoll unterstützen. Warm übergossen, atmen die Pferde schon beim Fressen die ätherischen Dämpfe ein.

Wenn das Pferd hustet, können eine hohe Staubbelastung, pilzbelastete, staubige Raufutter, Einstreu oder Hafer, sowie Erkältungen und Infektionen die Ursache sein. Es sollte immer ein Tierarzt zu Rate gezogen werden u.a. auch, da längerfristig bestehende Probleme chronisch werden können.

 

Wir empfehlen bei Pferden mit Husten oder anfälligen Atemwegen …

... staubarmes, wenn möglich gewaschenes Heu bzw. alternativ eingeweichte Wiesen-Cobs oder einwandfreie Silage.
... möglichst staubarme Einstreu wie Stroh in sehr guter Qualität oder ansonsten Späne.
... wenn Hafer gefüttert wird, auf staubarme, gereinigte Qualität zu achten.
... Antioxidantien wie Vitamin C, E und Selen sowie eine bedarfsgerechte Fütterung von Zink und Vitamin D.
... entzündungshemmende Stoffe wie MSM.
... Kräuter zur Unterstützung der Atemfunktion.
... viel frische Luft, bei Stallhaltung wenn möglich eine Außenbox.

Koppel & Weide

Am besten kein Weidegang oder nur sehr eingeschränkt, da Weidegras nicht nur Fruktane (langkettige Speicherzucker) enthält, sondern auch reichlich leicht verfügbare Zucker.

Einschränken kann man den Weidegang entweder über eine begrenzte Weidedauer oder durch tägliches Ab- /Nachstecken der Weide. Auch Fressbremsen bieten sich an. Bitte achten Sie unbedingt auf einen ausreichende Heufütterung, am besten vor dem Weidegang.

Das ist wirklich schwer einzuschätzen und hängt von folgenden Faktoren ab:

- Weidedauer

- Höhe des Weidegrases

- Dichte des Grasbestands

- Schmackhaftigkeit der enthaltenen Graspflanzen

- Temperament und Fresseigenschaften des Pferdes

- Anzahl Pferde pro Hektar

- Futter-Rang des Pferdes…

Ab einer Bestandshöhe des Grases von etwa 25 cm nimmt ein 600-kg-Pferd erst Mengen auf, die in der Tagesration relevant sind. Doch Achtung bei Rehepferden: Daraus zu schließen, Pferde mit EMS oder hufreheanfällige nur auf kurz gefressenes Gras zu stellen, ist nicht gefahrlos. Denn kurzes Gras ist häufig sehr fruktanreich, da die Fruktankonzentration gerade in der Pflanzenbasis besonders hoch ist.

Nach GfE 2014 liegt die mögliche Grünfutteraufnahme (bei ad libidum Weide und nennenswerter Aufwuchshöhe) eines 600-kg-Pferdes bei etwa 13 bis 14 kg Trockensubstanz (23 g TS/kg Körpergewicht). Gras hat etwa 16 bis 18 % TS. Nach dieser Rechnung würde ein Pferd mit 600 kg LG also auf der ganztägigen Weide etwa 80 kg Gras fressen. Das wären umgerechnet etwa 15 kg Heu. Natürlich gibt es in der tatsächlichen Grasaufnahme noch individuelle Schwankungen. Ponys fressen eher mehr, langsame Fresser eher weniger.

Will man die Grasaufnahme effektiv begrenzen, muss man:

- entweder die Weidedauer begrenzen
Studien haben gezeigt, dass es weniger als 6 Stunden Weidezeit/Tag sein müssen, damit weniger Gras aufgenommen wird als bei ganztägiger Weide. Zudem passen schlaue Pferde/Ponys ihr Fressverhalten an. Sie fressen schneller und pausenlos, wenn die Weidezeit begrenzt wird.

- Oder/und die Weide portionieren, d. h. laufend neu abstecken

- Oder/und die Pferde nur mit Fressbremse auf die Weide lassen (bitte beachten Sie, dass die Fressbremse gut sitzt.)

Fruktane sind langkettige Zuckermoleküle, die Pflanzen als kurzfristige Energiespeicher bilden. Der Fruktangehalt im Gras hängt von der Grassorte sowie von äußeren Faktoren wie Sonnenscheindauer, Temperatur und Feuchtigkeit ab.

Als vereinfachte Faustregel kann man sagen: Fruktane werden immer dann in größerer Menge gebildet und eingelagert, wenn die Pflanze Photosynthese betreibt, also beim Vorhandensein von Sonnenlicht, CO2 und Wasser Zucker bildet, und gleichzeitig aber nicht wachsen kann, da es zu kalt oder zu trocken ist.
Besonders hoch ist die Fruktankonzentration im Vegetationskegel, also in der Pflanzenbasis. Somit hat gerade das kurz abgefressene Gras nach kalten Frostnächten oder im Sommer bei Trockenheit einen hohen Zuckergehalt.

Die Darmbakterien stellen sich nicht abrupt auf die neue Fütterung um, daher langsam anweiden. Vor allem bei Kolik anfälligen Pferden oder Pferden mit Hufreheneigung ist das sehr wichtig. Das heißt 1 bis 2 Wochen vor Weideauftrieb mit 5 Minuten Gras fressen beginnen und die Dauer täglich steigern.

Wenn genug Weidegras vorhanden ist reicht ein Mineralfutter. Eine Ergänzung mit Vitaminen oder Aminosäuren ist nicht nötig.

Wenn spärlich Gras steht (Bewegungsweide) sollte Heu und ein Mineralfutter, das auch Vitamine enthält, zugefüttert werden. Achten Sie zudem auf eine ausreichende Aminosäuren-Ergänzung.

Wenn spärlich Gras steht oder sehr viele Pferde pro Hektar weiden sollte Heu zugefüttert werden und ein Mineralfutter, das auch Vitamine enthält. Zudem bitte auf eine ausreichende Aminosäuren-Ergänzung achten. Bei weiterem Energiebedarf empfehlen wir ein ergänzendes Müsli mit oder ohne Getreide – je nach Bedarf.

Raufutter

Als Faustregel gilt 1,5 % des Körpergewichts = 1,5 kg pro 100 kg Körpergewicht.

Ein 600 kg Pferd braucht daher 1,5 kg x 6 = 9 kg Heu.

Am besten verteilt man die Heumenge auf 2, besser 3 Mahlzeiten pro Tag. Aus dem Heunetz oder der Raufe gefüttert, verlängert sich die Beschäftigungs- und Fresszeit.
Viele Pferde können auch Heu ad libitum bekommen, allerdings muss man hier das Gewicht bzw. den Futterzustand des Pferdes im Blick behalten, da die Energie, die im Heu steckt, oft unterschätzt wird.

Je nach Region, Klima, Niederschläge – also entsprechend der lokalen Aufwuchsbedingungen – werden bei Nutzung für Kühe bis zu 6 Schnitten pro Jahr gemacht. Bei Pferdeheu macht man aber meist nur einen ersten und zweiten Schnitt.

Der erste Schnitt (Mahd im Mai/Anfang Juni) ist der Schnitt mit dem meisten Ertrag. In diesem ersten Aufwuchs sind vor allem Futtergräser enthalten. Der Stängelanteil ist somit relativ hoch, die Blattmasse geringer. Da verstärkt im jungen Pflanzenmaterial und in den Blättern Protein und Mineralstoffe enthalten sind, fehlen diese dem älteren, verholzten, stängeligen ersten Schnitt.

Der zweite Schnitt (Juni/Juli) – auch Ohmad, Öhmd oder Grummet genannt – enthält mehr Kräuter. Die Blattmasse ist höher, der Stängelanteil viel weniger und feiner. Daher ist das Öhmd proteinreicher mit höheren Gehalten an Mineralstoffen. Öhmd ist für Fohlen, tragende oder laktierende Zuchtstuten und abgemagerte Seniorpferde geeignet.

Damit es weniger Energie und Protein, dafür aber mehr Rohfaser enthält und länger zu kauen ist.

Freizeitpferd

Pellets machen satt, aber sie sind oft nicht sehr konzentriert an Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen. Wenn kein Hafer, sondern anderes Getreide zu den Pellets gefüttert wird, fehlt auch hochwertiges Protein in solchen Rationen.

Ergänzen kann man das durch ein konzentriertes, hochwertiges Müsli oder Pellet, von dem man nicht viel braucht, um die Ration auszugleichen, oder ein Mineralfutter plus Aminosäuren-Zusatz.

Futter mit Strukturhäckseln und Melasse bleiben oft in den Automaten hängen und verstopfen den Zulauf. Praktikabel sind also alle Futtersorten in Pelletform oder Müsli ohne Struktur und Melasse.

Auf jeden Fall sollte das Futter getreidefrei und zuckerarm sein.

Das heißt, am besten wenig oder kein Weidegang bzw. mit Fressbremse, das Heu abwiegen (1,2 bis 1,5 kg/100 kg Körpergewicht), kein Getreidekraftfutter, nur ein getreidefreies, zuckerarmes Krippenfutter – und davon nur wenig. Oder nur ein Mineralfutter zum Heu.

Wichtig ist, dass die Pferde ausreichend mit Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen versorgt werden. Hier bietet sich ein konzentriertes, also angereichertes Müsli (mit oder ohne Getreide) an oder, bei reiner Heufütterung, ein hochwertiges Mineralfutter.

Youngster

Wir empfehlen, das Fohlenmüsli nur bis etwa 2 Monate nach dem Absetzen weiter zu füttern. Danach sollte man auf Fohlen-Mix + Hafer oder Complete umstellen, damit die tägliche Getreidemenge gedrosselt wird, aber die wertvollen Aminosäuren noch konzentriert über das Fohlen-Mix gefüttert werden.

Einem Hobbyzüchter empfehlen wir das Fohlenmüsli zu füttern. Dem Profizüchter die wirtschaftliche Kombination von Fohlen-Mix + Hafer oder Complete.

Pferd mit Stehpause

Zunächst ist Heu in großen Mengen wichtig. Dazu Produkte, die bereits mit wenig Kraftfuttereinsatz pro Tag bedarfsdeckend sind oder nur Mineralfutter dazu.

Im Erhaltungsbedarf (= ohne Arbeit) benötigt ein 600 kg schweres Warmblut ca. 63 MJ ME/pro Tag. Durch normales Pferdeheu (~ 6,0 MJ ME/kg) sollten dem Warmblut mindestens 9 kg Heu, also 54 MJ ME über Heu gefüttert werden.

Den Rest kann man entweder auch über Heu füttern: also insgesamt 10 bis 11 kg Heu + hochwertiges Mineralfutter.

Oder alternativ 9 kg Heu + konzentriertes Krippenfutter + eventuell mit Mineralfutter ausgleichen.

Bei allen Varianten sind Aminosäurenzusätze empfehlenswert, damit die Muskelmasse erhalten bleibt.
Mash hilft Verdauungsstörungen durch den Bewegungsmangel vorzubeugen.

Rund um marstall Produkte

Bei zugekauftem Kraftfutter (Müsli/Pellets) oder Mineralfutter, die z. B. Vitamine oder ungesättigte Fettsäuren enthalten, gelten die Angaben der Hersteller zur Mindesthaltbarkeit. Häufig sind das 3 bis 12 Monate.
Selbst angebautes Getreide, das bei der Ernte unter 15 % Feuchte hat, ist bei sehr guter Lagerung prinzipiell mehrere Jahre haltbar. Dasselbe gilt auch für Heu oder Heucobs. Allerdings empfiehlt sich bei Heu eine schnellere Verwendung, da eine völlig lichtgeschützte Lagerung ohne den Abbau von Vitaminen wenig wahrscheinlich ist.
Geschrotetes oder gequetschtes Getreide sollte nicht sehr lange gelagert werden, da hier die schützende Oberfläche zugunsten der Verdaulichkeit zerstört wurde und der mikrobielle Verderb und Nährstoffabbau beschleunigt wird. Quetschhafer wird zudem schnell ranzig. Daher Getreide möglichst immer frisch schroten/quetschen oder zumindest nur eine kleine Menge im Voraus vorbereiten.

Wichtig ist, es vor direkter Sonneneinstrahlung zu schützen. Zum einen, damit sich kein Kondenswasser bildet. Denn erhöht sich der Wassergehalt im Futter, können sich Bakterien, Schimmelpilze und in der Folge Milben und andere Schädlinge bestens vermehren. Zum anderen werden durch das Sonnenlicht Vitamine wie ß-Carotin, Vitamin E oder im Heu das Chlorophyll (das Blattgrün) abgebaut. Wertvolle ungesättigte Fettsäuren in Futtermitteln, die Rapsöl oder Leinöl enthalten, werden im Sonnenlicht schneller ranzig.

Generell gilt: Je kühler umso besser, denn alle verderblichen Prozesse (normaler enzymatischer Abbau von Vitaminen und weiteren Nährstoffen, aber auch die Schädlingsentwicklung) laufen bei Wärme schneller ab. Ideal wäre eine konstante Temperatur zwischen 10 und 15 °C.

Schimmelpilze bzw. ihre Toxine und Sporen können nicht nur Störung im Magen-Darm-Trakt hervorrufen, sondern auch die Atemwege schädigen. Sie sind auch eine wichtige Nahrungsquelle für Futtermilben, was zu weiterem Verderb führt. Schädlinge an sich, sind nicht appetitlich, aber sie schädigen noch nicht direkt. Das Problem ist aber, dass sie dem Futtermittel Nährstoffe entziehen, es in Geruch und Geschmack verändern und dass sie es durch ihre Exkremente verschmutzen. Hier ist besonders der Milbenkot ein Problem. Zerfallene Milbenkotpartikel wirken in der Atemluft als starke Allergene, die zu Asthma und COPD führen können. Das gilt übrigens auch für selbst angebautes Futtergetreide oder Heu.

Plastiktonnen sollten vor jedem Befüllen trocken gereinigt und in regelmäßigen Abständen auch ausgewaschen werden. Unbedingt darauf achten, dass der Behälter vor dem Befüllen wieder gut trocken ist. Lagern Pferdebetriebe Kraftfutter in Silos, sollten diese so gebaut sein, dass die Materialien leicht zu reinigen sind und sich keine Beläge oder Schmutzecken bilden können. Die Silos sollten vor der Neubefüllung völlig geleert sein. Werden BigBags mehrfach verwendet, gilt auch hier, dass sie vollständig leer und einmal trocken gereinigt werden sollten. Besonders wichtig sind die Reinigungsmaßnahmen nach Schädlingsbefall! Wurden Motten, Futtermilben, Käfer, Mäuse oder sonstige Schädlinge entdeckt, muss der Behälter (egal ob Silo, BigBag oder Futtertonne) zunächst gründlich gereinigt werden. Neben mechanischen Maßnahmen wie z. B. dem Aufstellen von Fallen oder dem Anbringen besserer Verschlüsse der Behälter, sind dann auch chemische Bekämpfungsmittel wie z. B. Insektizide (gegen Motten) oder Akarizide (gegen Milben) einzusetzen.

Grundsätzlich sollte Kraftfutter wie Getreide, Müsli und Pellets trocken, hygienisch und verschlossen (vor Mäusen, Vogelkot, Schädlingen und Staub geschützt) gelagert werden. Auch sollte es möglichst vor Wettereinflüssen wie direkter Sonneneinstrahlung oder extremer Kälte geschützt sein, denn starke Temperaturschwankungen führen zu Kondenswasserbildung im Futter und beschleunigen den Verderb. Weiter sollten Wärmebrücken vermieden werden, die zu Schimmelbildung führen können. Das heißt z. B. Futtersäcke nie direkt an kalte Betonwände auf den Boden stellen, sondern z. B mit etwas Abstand zur Wand auf einer Palette stapeln.

Stall-Riegel ist eine hochwertige Ergänzung an Vitaminen und Mineralstoffen und Spurenelementen für die ganzjährige Versorgung von Pferden in Stall- oder Auslaufhaltung.

Weide-Riegel dagegen ist ein ballaststoffreicher Mineralstoff- und Spurenelementversorger ohne weitere Vitaminzusätze. Diese sind bei ausgiebigem Weidegang nicht nötig.

Alle drei Produkte werden aus dem gleichen Ausgangsmaterial gemacht: rohfaserreicher, später 1. Schnitt aus Gräsern und Kräutern von Vertragsanbauflächen im Allgäu, mit zertifizierter Herkunft aus dem Allgäu. Das Gras wird gehäckselt, schonend warmluftgetrocknet und zu großen Cobs gepresst, zu feinen Chips geschnitten oder als lose Fasern abgefüllt.

Die Cobs sind ca. 2 bis 3 cm dick, die Chips etwa 0,3 bis 0,5 cm dick, die losen Fasern etwa  1 bis 2 cm lang.

Wiesen-Cobs sollten vor Fütterung eingeweicht werden. Sie können als kompletter oder teilweiser Heu-Ersatz gefüttert werden. Durch die gepresste Form sind sie platzsparend zu lagern.

Wiesen-Chips können trocken gefüttert werden. Gibt man allerdings größere Mengen oder frisst das Pferd hastig, empfehlen wir, sie einzuweichen, um eine Schlundverstopfung zu vermeiden.

Wiesen-Fasern werden trocken verfüttert und benötigen bei der Lagerung aufgrund ihres Volumens mehr Platz. Dafür füttert man oft nur eine kleine Menge, um die Pferde beim Fressen von Müsli noch mehr zum Kauen zu bewegen.

Wiesen-Fasern und Wiesen-Chips können als kaufördernde Handvoll Struktur ins Krippenfutter gemischt werden.

Fohlen-Müsli ist ein Müsli, dass ab der 2.Lebenswoche gefüttert werden kann. Es enthält u.a. Aminosäuren, Magermilchpulver, organisches Selen, Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine, leicht verdauliche Getreideflocken und gequetschten Hafer.

Fohlen-Mix ist ein hochwertiges, konzentriertes Pellet ab der 2.Lebenswoche und auch für die spätere Fohlen-Fütterung. Es ist ein Konzentrat aus Aminosäuren, Magermilchpulver, Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Fohlen-Mix eignet sich zur Kombination mit hofeigenem Quetschhafer oder mit Getreideflocken bzw. Müsli.

Beide Futter sollten ausreichend flüssig, aber nicht zu dünn sein, damit die Pferde es noch gern aufnehmen und auch kauen und nicht trinken. Die Heucobs benötigen so viel Wasser, dass sie sich vollständig auflösen können. Bei großer Hitze oder in Pausen bei Sportveranstaltungen kann die Zugebe von viel Flüssigkeit hilfreich gegen den Flüssigkeitsverlust sein. Auch bei Pferden, die wenig trinken, bietet es sich an den Brei flüssiger anzurühren.

Nur bei mageren, alten Pferden oder in der Rekonvaleszenz (z. B. nach Kolik-OP) sollte Mash täglich gefüttert werden. Üblicherweise füttert man Mash 1 bis 3 mal pro Woche.

Bei den meisten marstall-Müsli ist kein weiteres Mineralfutter nötig, wenn die in der Fütterungsempfehlung angegebene Menge gefüttert wird. Jedoch gibt es Ausnahmen, wie das marstall Naturell bei dem wir bewusst auf den Zusatz von Mineralstoffen und Vitaminen verzichtet haben, damit Ihr es selbst mit Eurem Mineralfutter kombinieren könnt.
Bitte lest die Fütterungsempfehlungen der Müsli, dann wisst Ihr, bei welchem Ihr kein zusätzliches Mineralfutter braucht.

Der Hauptunterschied liegt im Energiegehalt und in der Anwendung. Beide Futter sind getreidefrei, melassefrei, stärkearm und zuckerarm und daher für alle Pferde mit Stoffwechselproblemen (EMS, PPID bzw. Cushing, Neigung zu Hufrehe) geeignet.

Faser-Light ist für leichtfuttrige oder zu dicke Pferde: Es ist kalorienarm, mit niedrigem Energie- und Stärkegehalt und reichhaltiger Mineralisierung / Vitaminierung. Für eine gute Versorgung mit Mineralien und Vitaminen genügen bereits kleinen Futtergaben. Der hohe Anteil an prebiotischer Faser-Mischung im Faser-Light wirkt sich zudem positiv auf die Darmaktivität aus.

Vito ist energiereicher als Faser-Light aber ebenfalls melassefrei und enthält wenig Stärke und Zucker. Es ist reich an Rohfaser, Omega-3-Öl, Selen, Vitamin E und Zink. Vito eignet sich für alle zu dünnen Pferde mit Cushing und auch für Sportpferde (z. B. mit PSSM), die getreidefrei ernährt werden sollen!

In unseren Fachartikeln findet Ihr getreidefreie Beispielrationen für stoffwechselempfindliche Pferde.

Zucht

Da manche Pferde sehr temperamentvoll auf Hafer reagieren, kann man alternative Energieträger wählen. Denkbar wären zum Beispiel hydrothermisch aufgeschlossene Maisflocken oder Gerstenflocken. Wenn Ihr Pferd aber auf jedes Getreide temperamentvoll reagiert und ganz getreidefrei mit mehr Energie versorgt werden soll, können Sie problemlos Öl auch in größeren Mengen füttern.

Pferde können Fett bis zu Mengen von 1 g/kg Körpermasse und Tag gut verdauen, wenn sie daran gewöhnt sind. Das heißt, ein gesundes Pferd mit 600 kg kann in der täglichen Gesamtration (bitte beachten, dass auch Heu etwa 20 g Fett/kg enthält) bis zu 600 g Fett problemlos vertragen. Das heißt, bei 10 kg Heu könnten Sie noch bis zu 400 ml Öl pro Tag über das Kraftfutter, ins Mash oder in eingeweichte Wiesen-Cobs geben. Mit Rücksicht auf die Verdauung bitte die Mengen langsam steigern.

Das Starterfutter sollte äußerst konzentriert und schmackhaft sein, da die Fohlen erst nur wenig Kraftfutter fressen. Wichtig ist die Zufuhr von essenziellen Aminosäuren über das Futter für einen positiven Einfluss auf den Knochenaufbau. Mineralstoffe, Vitamine und Spurenelemente sollten in abgestimmter Konzentration und Balance enthalten sein für eine gesunde Entwicklung von Knochen, Gelenken und Muskeln.

Ein marstall Fohlen-Not-Paket und/oder Fohlen-Milchpulver (3-kg-Eimer bereits im Fohlen-Not-Paket enthalten) kann über den Online-Shop oder bei ausgewählen Stationen besorgt werden. Eine Liste der Stationen finden Sie in unserer Händlersuche.

Das Fohlen-Not-Paket enthält eine Erstversorgung für die ersten 5 bis 6 Tage zusätzlich zur Versorgung des Tierarztes.

Nach erfolgreicher Belegung braucht es bis zum Ende des 7. Trächtigkeitsmonats keine erhöhte Nährstoffzufuhr mehr. Die leistungsangepasste Fütterung reicht aus.

Ab dem 8. Trächtigkeitsmonat entwickelt sich das Fohlen im Mutterleib stark und ab dem 10. Monat dann sehr stark. Das Fohlen und die Stute brauchen jetzt viel Energie, essenzielle Aminosäuren, genügend Selen, Jod, Kupfer, Vitamin A und E. Die Ration der Stute muss jetzt entsprechend angepasst werden.

Drosseln Sie 5 bis 6 Wochen vor der Belegung die Kraftfuttermenge und erhöhen Sie sie 2 bis 3 Wochen davor wieder. Wichtig ist es, die Kraftfuttermenge dann bis 8 Wochen nach der Belegung unverändert zu lassen.

Wenn möglich sollte der Belegungszeitpunkt in die Weidesaison verlegt werden, da Weidefütterung die Rosse fördert. Ansonsten siehe diese Frage.

  • Die Stute sollte in einem guten bis sehr guten Futterzustand sein (Der Hormonstatus wird stark vom Körperfettbestand beeinflusst). Ein BCS von 6 bis 6,5 wäre ideal. Wenn die Stute darunter liegt, sollte sie 6 bis 8 Wochen vor der Belegung extra Kraftfutter erhalten.
  • Hochwertiges Eiweiß, bzw. essenzielle Aminosäuren, sind rund um die Belegung sinnvoll.
  • Beta-Carotin-Gaben vor dem Decktermin verbessern das Einsetzen der Rosse.
  • Die Stute muss bedarfsdeckend mit Jod, Selen, Vitamin A und E versorgt sein.

Unser Zuchtmüsli ist auf diese besonderen Anforderungen angepasst.

Übrigens: In abgelagertem Heu, bzw. spät gemähtem 1. Schnitt sind die genannten Nährstoffe oft im Mangel. Vor allem bei einem Decktermin in den Wintermonaten muss das Heu somit hochwertig ergänzt werden.

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